{"id":29,"date":"2005-08-18T13:16:08","date_gmt":"2005-08-18T13:16:08","guid":{"rendered":"http:\/\/bufton.net\/blog\/?p=29"},"modified":"2005-08-20T18:25:57","modified_gmt":"2005-08-20T18:25:57","slug":"heiliger-vater-papstbesuch-in-deutschland-zum-jugendtag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bufton.net\/blog\/2005\/08\/18\/heiliger-vater-papstbesuch-in-deutschland-zum-jugendtag","title":{"rendered":"&#8220;Heiliger Vater&#8221;: Papstbesuch in Deutschland zum Jugendtag"},"content":{"rendered":"<p>Tausende von jungen Pilgern, sogar aus Irak und Mexiko, sind nach K&ouml;ln in Deutschland gepilgert, um dem Papst Benedict XVI. zu huldigen. Die Medien berichten voller Begeisterung von der &#8220;neuen Religi&ouml;sit&auml;t. Eine Stimmung vergleichbar mit dem &#8220;Christustag in Basel&#8221;.<br \/>\nAber statt in Sprechch&ouml;ren Jesus zu rufen, wird &#8220;Benedict&#8221; gerufen. Nat&uuml;rlich haben auch die Evangelikalen ihre &#8220;P&auml;pste&#8221;, seien es Benny Hinn,  Rick Joyner, Erich R&auml;ber oder andere Prediger. Aber dennoch, auch in Anbetracht, dass Menschen gerne &#8220;Leitfiguren&#8221; suchen und auch brauchen, finde ich es bedenklich den Papst &#8220;Heiligen Vater&#8221; zu nennen. Was sagt denn Jesus zu dieser Geschichte?<br \/>\n<!--more--><br \/>\nH&ouml;ren wir auf Jesus, was er in Mathh&auml;us 23 sagt: <\/p>\n<p><b>2 und Jesus sprach: Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und Pharis&auml;er<\/b><br \/>\nPharis&auml;er, welches heute oft als Synonym f&uuml;r Heuchler gebraucht wird, waren eine streng gl&auml;ubige Gruppe von Menschen unter den Juden, welche besonders Acht auf das Wort Gottes haben wollten und den Glauben richtig gelebt haben wollten.<\/p>\n<p><b>3 Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht handeln; denn  sie sagen&#8217;s zwar, tun&#8217;s aber nicht.<br \/>\n4  Sie binden schwere und unertr&auml;gliche B&uuml;rden und legen sie den Menschen auf die Schultern; aber sie selbst wollen keinen Finger daf&uuml;r kr&uuml;mmen.<\/b><br \/>\n(Die Pharis&auml;er versuchten peinlich genau das Gesetz zu halten und oftmals erreichten sie ihren eigenen Standard nicht, deshalb auch die Kritik von Jesus). <\/p>\n<p><b>5 Alle ihre Werke aber tun sie,  damit sie von den Leuten gesehen werden. Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Kleidern gro&szlig;.<br \/>\n6 Sie  sitzen gern obenan bei Tisch und in den Synagogen<br \/>\n7 und haben&#8217;s gern, da&szlig; sie auf dem Markt gegr&uuml;&szlig;t und von den Leuten Rabbi genannt werden.<\/b><br \/>\nDas Wort &#8220;Rabbi&#8221; heisst schlicht und einfach &#8220;Lehrer&#8221;, aber wir k&ouml;nnen das nicht mit einem Lehrer in unserem Kulturkreis verbinden. Ein Rabbi im j&uuml;dischen Kontext der damaligen Zeit war einer, der die &#8220;Schriften&#8221; kannte, ein Theologe. Und er genoss grosses Ansehen. So ist das doch bei uns auch. Gewisse Theologen, darunter auch der Papst, geniessen grosse Annerkung. Zwischen dem Papst und den Pharis&auml;ern zur Zeit Jesu lassen sich einige interessante Parallelen feststellen. Wie die Pharis&auml;er h&auml;lt der Papst an der Tradition dem Dogma der Kirche fest, welches Kirchenrecht heisst. Bei den Pharis&auml;ern wurde dieses Kirchenrecht &#8220;Talmud&#8221; genannt. <\/p>\n<p>Tradition ist nicht an sich schlecht. Tradition bewirkt Best&auml;ndigkeit und Bewahrung der Ordnung. Tradition sichert einen Zusammenhalt. Und Tradition bestimmt was kirchliche Praxis ist. Das war genau gleich im Judentum zur Zeit Jesu. Jesus greift die Tradition nicht an und f&uuml;r sich an. Er war nicht, wie die Befreiungstheologen behaupten, ein Revoluzzer. Jesus greift die Tradition nur dort an, wo sie im Widerspruch zum Wort Gottes steht und somit im Widerspruch zu Gottes Charakter. An einigen Stellen zeigt Jesus sogar auf, dass die Theologen der damaligen Zeit in ihrem Eifer, Gott gef&auml;llig zu leben, durch ihre rabbinische Praxis sogar das Gebot Gottes untergraben haben. Genau das ist auch in der katholischen und der protestantischen Tradition passiert. Aber an dieser Stelle gehe ich nur auf die katholische Tradition ein und auch nur auf einen einzigen Aspekt dieser Umdeutung. <\/p>\n<p>Jesus sagt schlicht und einfach:<br \/>\n<b>8 Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Br&uuml;der.<\/b><br \/>\nDamit stellt Jesus klar, dass es kein Ansehen gem&auml;ss Titeln gibt. Alle sind gleich. Es gibt nicht einmal den Unterschied von Laien und Geistlichen. Den einzigen Unterschied, den Jesus unter seinen J&uuml;ngern machte war, ob sie &#8220;Br&uuml;der&#8221; sind oder nicht. Das heisst, ob sie wirklich &#8220;geboren von oben&#8221; sind und somit die &#8220;g&ouml;ttliche DNS in sich tragen&#8221; oder nicht. Er macht nur den Unterschied, ob einer IHM, Jesus, nachfolgt oder nicht. Innerhalb der Nachfolger gibt es keine Wertigkeit von heiliger und weniger heilig. &#8220;Ihr sollt euch nicht Rabbi nennen&#8221; bedeutet auch, dass die Gabe zu Lehre alleine von Gott kommt durch den Heiligen Geist. Somit darf kein Mensch die Ehre f&uuml;r sich selbst in Anspruch nehmen, wenn er lehrt. Er soll sich selbst als Teil einer neuen Familie sehen, einer Neusch&ouml;pfung, in der jeder zum Wohl der Gruppe beitr&auml;gt, ohne Titel oder Privilegien.<br \/>\n&#8220;Sie machen ihre Gebetsriehmen breit und die Quasten an ihren Kleidern gross.&#8221; Die Gebetsriemen und Quasten an den Kleidern der damaligen Pharis&auml;ern und Schriftgelehrten hatten symbolischen Charakter. Aber mit der Zeit stellte sich darin eine &#8220;Zurschaustellung der eigenen Fr&ouml;mmigkeit&#8221; dar. Genauso im katholischen und protestantischen Lager: Welche Gebetssch&auml;le und Kleider tragen die Geistlichen? Purpur und Scharlach. Die Kirche hat viele solcher Gebetsriemen und Quasten, aber damit ist auch immer eine gewisse Stellung ausgedr&uuml;ckt. Im alten Testament waren diese Dinge teilweise von Gott selbst angeordnet, aber alles waren Schattenbilder auf Jesus und die Erl&ouml;sung hin. Im neuen Testament sind es ebenfalls Schattenbilder auf Christus hin, aber wozu brauchen wir das, wenn wir das Heiligste und Vollkommendste Siegel an uns tragen &#8211; n&auml;mlich die F&uuml;lle des Heiligen Geistes, der seit Pfingsten auf alles Fleisch ausgegossen wurde?<\/p>\n<p><b>Einer ist euer Meister, ihr aber seid Br&uuml;der<\/b><br \/>\nHier meint Jesus ganz bestimmt nicht Petrus. Sondern sich selbst. ER IST DER MEISTER UND WIR DIE BR&Uuml;DER. <\/p>\n<p><b>9 Und ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist.<\/b><br \/>\nHier kommt es noch besser: unser Meister, unser Rabbi unser Lehrer JESUS selbst sagt: <b>&#8220;und ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen&#8230;&#8221;<\/b> Verst&auml;ndlicher kann das wohl nicht geschrieben werden! Es gibt nur einen Vater, der Vater im Himmel. Wir sollen hier auf Erden keinen Menschen unser Vater nennen. Damit meint Jesus keinesfalls, dass wir zu unseren irdischen V&auml;tern nicht Papi sagen d&uuml;rfen. Es steht im Zusammenhang mit Titel und W&uuml;rde geschrieben. Hier sehen wir, dass die Tradition vom Wort Gottes abweicht, genauso wie es zur Zeit Jesus in der theologischen Praxis der damaligen Zeit war. Jesus Kritik steht heute noch wie damals und keine Tradition kann sein Wort untergraben. Aber wir m&uuml;ssen uns entscheiden. Wollen wir CHRISTUS JESUS gehorchen oder einer anderen Lehre? ER Ist unser MEISTER und LEHRER. Er warnt seine J&uuml;nger und damit alle Nachfolger Christi aller Zeiten durch alle Epochen: <em>&#8220;Ihr sollt euch nicht Vater nennen lassen.&#8221;<\/em> Nun geht die Kritik an die THEOLOGEN, die sich &#8220;Heiliger Vater&#8221; nennen lassen. Der Papst hat sich in den letzten 150 Jahren vom Konsil der Bisch&ouml;fe abgel&ouml;st. Er kann das Kirchenrecht &auml;ndern und aufl&ouml;sen, und hier w&auml;re ein Schritt gem&auml;ss der Reformation: &#8220;Ich lasse mich weder Heilig, noch Lehrer, noch Vater nennen.&#8221; Ein Schritt wieder unter Christi Wort.<\/p>\n<p><b>10 Und ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer: Christus.<\/b><br \/>\nJa Christus allein ist der Lehrer und wir sind Br&uuml;der. Als zweites w&auml;re die unheilvolle Unterscheidung von &#8220;Laien und Geistlichen&#8221; abzuschaffen, dieses philosophische Konstrukt, welches Menschen in unterschiedliche Kategorien innerhalb der Christusnachfolge teilt. Wer Christus nachfolgt ist ein Sohn des Allm&auml;chtigen. Kindschaft, das ist das h&ouml;chste Amt, das man im Reich Gottes erwerben kann. Alle anderen Titel und Ehrenpl&auml;tze: die hat Jesus nicht genehmigt.<\/p>\n<p><b>11 Der gr&ouml;sste unter euch soll euer Diener sein<\/b><br \/>\nHier hat Jesus ein Wort gebraucht, welches nicht mit Ehre und Ansehen verkn&uuml;pft ist. Jesus selbst hat den Rummel um seine Person gemieden. &#8220;Diener sein&#8221; war kein Statussymbol, aber in der Tradition wurde es zu einem Ehrentitel. &#8220;Ich bin nur ein Diener des Herrn&#8221; ist innerhalb der kirchlichen Tradition ein Prestige. Jesus aber hat das Prestige und die Ehre abgelegt und seinen J&uuml;ngern die F&uuml;sse gewaschen. Nur ER kann das. Weil ER GOTT ist. Er hat sich die abscheulichste und verachtetste Aufgabe ausgesucht und hat es getan, um das Wesen eines Dieners zu offenbaren, der er auch geworden ist. Denn Jesus hat die Herrlichkeit Gottes verlassen, um in die Welt zu kommen und als Mensch unter Menschen zu leben. Er hat nicht nur seine g&ouml;ttlichen Privilegien abgelegt, sondern auch die menschlichen, und hat sich zum Sklaven aller Menschen gemacht. Ein Diener Chisti zu sein, heisst sich gegen den Jubel zu wehren und allleine auf Jesus hinzuweisen, den Anf&auml;nger und Vollender unseres Glaubens. Ein Diener Christi zu sein, wird jeden Titel und Jede Krone ablegen. <\/p>\n<p>Wenn ich mir den Papst Benedict anschaue, dann sehe ich mehr &Auml;hnlichkeit zwischen ihm und dem Dalai Lama als zwischen ihm und Jesus Christus, der als Mensch unter uns gewohnt hat. <\/p>\n<p>Jesus hat auf Ehrentitel verzichtet, als sie ihn kr&ouml;nen wollten. Er floh von der Menge. Daf&uuml;r aber wirkte er Zeichen und Wunder. Jesus sagte &uuml;ber seine Nachfolger, dass sie gr&ouml;ssere Zeichen und Wunder tun w&uuml;rden als er. Die Beweise der Wunderwirkungen sind mir die P&auml;pste aller Epochen noch schuldig geblieben. Vor allem, wenn der Papst &#8220;Stellvertreter Christi auf Erden ist&#8221;. Dann m&uuml;sste er zumindest diese Beweis erbringen. <\/p>\n<p>Lassen wir uns nicht blenden, denn es ist nicht alles Gold, was gl&auml;nzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tausende von jungen Pilgern, sogar aus Irak und Mexiko, sind nach K&ouml;ln in Deutschland gepilgert, um dem Papst Benedict XVI. zu huldigen. Die Medien berichten voller Begeisterung von der &#8220;neuen Religi&ouml;sit&auml;t. Eine Stimmung vergleichbar mit dem &#8220;Christustag in Basel&#8221;. Aber statt in Sprechch&ouml;ren Jesus zu rufen, wird &#8220;Benedict&#8221; gerufen. 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